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Essentials für den ersten Triathlon
Triathlon ist der einzige Ausdauersport, bei dem aus
sportmedizinischer Sicht in idealer Abstimmung alle
Muskeln und Gelenke des Körpers bewegt werden. Beim
Triathlon bietet sich außerdem die ideale Möglichkeit zu
erleben, welche sagenhaften Fähigkeiten in jedem Einzelnen
aktiviert werden können.
Richtig und effektiv trainieren
Ausdauersport ist die Kunst der richtigen
Energieeinteilung und der mentalen Selbstaktivierung.
Es ist das Kunststück, den eigenen Rhythmus und die ganz
eigene, vollkommen persönliche Trainingsintensität zu
finden. Wie funktioniert das am besten?
Das Geheimnis des Trainings
Die wesentliche Bedeutung des langsamen, ruhigen
Aufwärmens liegen in:
-
Vermeidung der initialen 02-Schuld
(Sauerstoffschuld)
-
Dadurch Vermeidung einer initialen
Übersäuerung
-
Dadurch besseres Anspringen der
Fettverbrennung
-
Vermeidung eines frühen und schnellen
Hochschießens der Herzfrequenz in ineffektive
Trainingsbereiche
Die wesentliche Bedeutung des Abwärmens liegt
in:
-
Entsäuerung der Muskulatur
-
Entspannen der Muskulatur
-
Ruhiges Herunterfahren der Herzfrequenz
Optimaler individueller Wirkungsgrad:
Herzfrequenzen für ein effektives Training sind so
individuell wie ein Fingerabdruck. Die eigenartigerweise
immer wiederholten Empfehlungen wie „am besten trainieren
Sie in einer Herzfrequenz von 130 – 140/min“ sind
Bullshit! Faustformeln wie 220 minus Lebensalter sei die
maximal mögliche Herzfrequenz oder ideales Training finde
statt bei 70 – 72% der maximalen Herzfrequenz treffen nur
selten zu.
Generell gilt: in allererster Linie muß die
Fettverbrennung als Basis des Ausdauersports möglichst gut
aktiviert werden, was in den langsamen, ruhigen
Herzfrequenzen bei langen Trainingseinheiten geschieht.
Die optimalen Herzfrequenzen für Laufen, Schwimmen und
Radfahren sind unterschiedlich:
Die bei weitem höchste Arbeitsleistung erbringt der
Sportler beim Laufen. Beim Radfahren wird das
Körper-gewicht vom Rad getragen, was die Arbeitsleistung
mindert und wodurch man beim Radfahren etwa 3-4%
niedrigere Herzfrequenzen hat als beim Laufen. Beim
Schwimmen wird das Körpergewicht vom Wasser getragen und
der Körper liegt horizontal, wodurch die Herzfrequenz
nochmals um etwa 3-4% sinkt.
Wer genau wissen möchte, wo seine individuellen, optimalen
Trainingsfrequenzen liegen, muß eine Leistungs-diagnostik
machen.
Hierbei stellt man neben dem ärztlichem Check-up unter
anderem fest, daß beispielsweise die anaerobe Schwelle bei
Läufern in etwa bei 4 mMol Laktat liegt, bei Radfahrern
jedoch bei 6 mMol Laktat, woraus sich dann jeweils für das
Radfahren und für das Laufen sehr unterschiedliche
sinnvolle Herzfrequenzen für das Training ergeben.
Richtige Trainingsumfänge und richtiger Trainingsmix
Wesentlich im Ausdauersport ist das einmal
wöchentliche Überdistanztraining (ÜD-Training), was den
größten Teil des Gesamttrainingsumfangs einnehmen muß.
Einmal wöchentliches ÜD-Training ist die effektivste
Methode zur Entwicklung der aeroben Grundlagenausdauer:
lange, ruhige, entspannte Radtouren ohne in sehr hohe
Gänge zu schalten. Lange, langsame Ausdauerläufe. Lange,
mehrstündige Skiwanderungen etc. Ergänzen sollte man das
ÜD-Training mit mehreren unterschiedlich langen, aber
deutlich kleineren Einheiten. Hoch-effizient für
Einsteiger: 90% aerobe Grundlagenausdauertraining und
„Kilometerfressen“, 10% Kraftausdauer und Tempotraining.
Aerob bedeutet, dass die Energieträger Fette und
Kohlenhydrate mit 02 verbrannt werden, anaerob heißt die
Verbrennung ohne 02, was aber nur kurze Zeit durchgehalten
werden kann und den Körper massiv übersäuert.
Günstige Nebeneffekte des aeroben Trainings:
Entschlacken, Entgiften, Entsäuern des Körpers durch
Schwitzen und Abatmen der Säuren.
Trainingseinheiten
Eine Trainingseinheit besteht grundsätzlich aus dem
Trainingsreiz selbst und der dazugehörenden Regeneration,
in der der Trainingsreiz vom Körper verarbeitet wird.
Beides ist gleich wichtig.
Peridosierung: Gezieltes Training auf bestimmte
Wettkampfhöhepunkte des Jahres
Trainingszyklen: Z.B.: Im Wochenrhythmus Steigerung
des Trainings über 3 Wochen, dann 1 Woche
Regenerationstraining.
Regelmäßigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg
Was trainiert eigentlich der
Ausdauersportler?
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Die 02-Aufnahmekapazität (V02max) der Lunge
(Gasaustauschkapazität)
-
Die 02-Transportkapazität (Anzahl der roten
Blutkörperchen). Beide entscheiden gemeinsam über die
Verbrennungsleistung Ihres Motors.
-
Die Stoffwechselleistung der Mitochondrien
(Kraftwerke in jeder einzelnen Muskelzelle, wo die beiden
Energieträger Fette und Kohlenhydrate mit der Hilfe von 02
zu Energie = Kraft, Bewegung, Wärme und die
Stoffwechselendprodukte Wasser und C02 verbrannt werden)
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Ökonomisierung der Herzarbeit. Das bedeutet
eine Kräftigung des Herzmuskels, so daß das Herz mit jedem
einzelnen Schlag mehr Blut pumpt, wodurch die Herzfrequenz
sinkt bei gleichzeitig steigender Pumpleistung also mehr
Leistung mit weniger Aufwand erbringt
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Ökonomisierung der Lungenarbeit bedeutet mit
weniger Atemzügen (= Atemarbeit) mehr 02 Aufnahme und mehr
C02 Abgabe (mehr Leistung mit weniger Aufwand)
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Belastbarkeit von Sehnen, Bändern,
Gelenkkapseln, Schleimbeuteln (nicht durchblutete
Strukturen, daher nur langsam anpassungs- und
regenerationsfähig)
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Den Willen, das mentale Durchhaltevermögen
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Die Konzentrationsfähigkeit
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Spass und Lust an der Bewegung und an der
Entwicklung der eigenen Leistungsfähigkeit
Typische Probleme im Ausdauersport:
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Überlastungsverletzungen an
nichtdurchbluteten (schlecht anpassungsfähigen)
Körperstrukturen wie Sehnen, Bänder, Gelenkkapseln,
Schleimbeutel, Knorpelzonen etc.
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Muskelverspannungen (muskuläre Dysbalancen)
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Übersäuerung und Übertraining
(Ruheherzfrequenz steigt an, Leistungsminderung durch
weiteres Training, gesteigerte Infektanfälligkeit)
Die richtige Ernährung
Die Energieträger sind: Fette (wie Diesel für
die langen, ruhigen, ausdauernden Bewegungen) und
Kohlenhydrate (wie Superbenzin für die schnellen,
spritzigen, sehr kraftvollen Bewegungen). Dabei hat 1 gr
Fett mehr als doppelt so viel Kalorien wie 1 gr
Kohlenhydrate.
Die im Körper gespeicherten Energieträger bestehen zu etwa
99% aus Fett und zu etwa 1% aus Kohlenhydraten, daher
sollten wir bei langen Trainingseinheiten immer
Kohlenhydrate zu uns nehmen
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Viel Trinken vor, während und auch nach dem
Sport (um die Säuren besser auszuscheiden)
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Regelmäßige Zufuhr von Kohlenhydraten in Form
von Riegeln, Obst, Gemüse, Brot, Kartoffeln
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Meiden von Fetten, insbesondere tierischen
Fetten
Richtiges Stretchen
Warum ist das Stretchen nach dem Sport mit warmen
Muskeln sinnvoll?
Ein verkürzter Muskel bewirkt:
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einen verkleinerten Hebelarm und damit
weniger Kraft
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eine verkürzte Schrittlänge und damit weniger
Schnelligkeit
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einen erhöhten Zug auf die Sehnen, wodurch
die Wahrscheinlichkeit für Sehnenansatzentzündungen steigt
-
verkürzte und verkrampfte Muskeln können
deutlich schlechter entsäuern
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entspannte Muskeln können besser koordinieren
Virale und bakterielle Infekte im Sport
(Bronchitis, Grippe, Racheninfekte und alle sonstigen
Infektionskrankheiten)
Sofortiges Wettkampfverbot! Training bestenfalls in
ganz moderaten und entspannten Bereichen
Gefahren: Herzmuskelentzündungen, Herzklappenfehler.
Auf jeden Fall: Check-up beim Arzt (der Spaß, Sinn und
Kenntnisse im Ausdauersport hat) zur eventuellen
Früherkennung von Herzmuskelschäden.
Dr. med Til
Steinmeier,
niedergelassener Sportarzt in Hamburg,
aktiver Triathlet und Ultra-Langstreckenläufer,
www.fit-im-puls.de
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